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Pens und Pumpen: Wie diabetologische Technologien ihr medizinisches Gesicht verbergen

Warum sieht ein Insulinpen wie ein Füllfederhalter aus und eine Pumpe wie ein Pager? Wir prüfen, wie versteckte Kommunikation den Alltag von Menschen mit Typ-1-Diabetes beeinflusst.

Pens und Pumpen: Wie diabetologische Technologien ihr medizinisches Gesicht verbergen

Hast du dich jemals gefragt, warum ein Insulinpen einem eleganten Füllfederhalter ähnelt und eine Insulinpumpe… nun ja, manche denken, es sei ein alter Pager? Das ist kein Zufall. Hersteller entwerfen diese Geräte bewusst so, dass sie nicht medizinisch aussehen.

„Insulin pens and pumps share aesthetic design features with common communication technologies that help to conceal their function and use as medical devices.”
- Carrie Rentschler i Benjamin Nothwehr, Transmitting Insulin

Versteckte Kommunikation – wozu das alles?

Menschen mit Typ-1-Diabetes führen täglich Handlungen aus, die kommentiert, bewertet oder stigmatisierend sein können. Die Verabreichung von Insulin in Gegenwart anderer ist oft mit Fragen, unerwünschten Blicken oder – im Fall einer Spritze – mit der Verwechslung mit Drogenkonsum verbunden.

Designer haben sich dafür entschieden, Alltagsgegenstände zu imitieren:

  • Pens → Füllfederhalter (Büro, Eleganz, Diskretion)

  • Pumpen → Pager / Smartphones (Technologie, Lebensstil, Modernität)

Dadurch wirken die Geräte weniger „behindert“ und man kann leichter in der Menge untergehen.

Was bedeutet dieses „Vortäuschen“?

Einfach gesagt: Diabetologische Technologien imitieren oft andere, bekanntere Gegenstände. Das ist nicht nur eine Frage der Mode – es ist eine bewusste Strategie, durch die:

  • neue Nutzer das Gerät schneller akzeptieren

  • es sich leichter in der Öffentlichkeit tragen und benutzen lässt

  • man (wenn auch nicht immer) unangenehme Situationen vermeiden kann

„They materialize the metaphor of writing instruments and telecommunication tools into their design.”

Der Preis dieser „Verkleidung“

Doch nicht alles ist rosig. Das Verbergen der eigenen Krankheit bedeutet auch ständige emotionale Arbeit. So zu tun, als sei das Gerät ein gewöhnliches Schreibutensil oder eine vergessene Technologie aus den 90er-Jahren, kann zu Erschöpfung führen und manchmal – zu Schamgefühlen.

Dies ist der erste Beitrag einer längeren Reihe, in der ich Themen aus der Arbeit „Transmitting Insulin: The Design, Look, and Performance of Insulin Delivery Devices as Communication Technologies“ behandle, die 2021 von Carrie Rentschler und Benjamin Nothwehr verfasst wurde.

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