Anfänge einer Technologie, die alles veränderte
Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre erschienen die ersten Geräte, die als Vorläufer moderner Insulinpumpen gelten können. Eines davon war das System AutoSyringe – eine experimentelle Lösung, die eine kontinuierliche Insulinabgabe ermöglichte.
Das Gerät war weit entfernt von den heutigen kompakten Pumpen. Es wog etwa ein halbes Kilogramm (nahezu ein Pfund), wurde am Gürtel getragen und gab Insulin über einen dünnen Schlauch ab, der mit einer unter die Bauchhaut eingeführten Nadel endete. Das Insulin wurde automatisch alle paar Minuten dosiert, was eine deutlich bessere Kontrolle des Glukosespiegels ermöglichte als bei herkömmlichen Injektionen.
Patrick Connolly – ein Pionier der modernen Therapie
Einer der ersten Nutzer dieser Lösung war Patrick Connolly, Reporter der Associated Press aus Seattle. Er litt 27 Jahre lang an Diabetes und erhielt in dieser Zeit – wie er selbst betonte – über 10.000 Insulininjektionen.
Auf dem von der Associated Press aufgenommenen Foto sehen wir Connolly, wie er die am Gürtel befestigte Pumpe einstellt. Die ursprüngliche Bildbeschreibung nennt das Datum 18. Dezember 1986, dieses ist jedoch falsch – Connolly starb bereits 1984. Höchstwahrscheinlich wurde das Foto früher aufgenommen, zwischen 1978 und 1984.

Für Connolly war AutoSyringe nicht nur ein technisches Gadget – es bedeutete eine echte Verbesserung der Lebensqualität. Das Gerät ermöglichte es, den Blutzuckerspiegel näher am Normalbereich zu halten und die Notwendigkeit ständiger Injektionen zu reduzieren.
Wie funktionierte AutoSyringe?
Obwohl Insulinpumpen heute hochentwickelte Computer sind, waren die ersten Modelle relativ einfach:
sie gaben Insulin in konstanten, kleinen Mengen (Basalrate) ab,
sie verfügten nicht über fortgeschrittene Algorithmen oder Glukosesensoren,
sie erforderten manuelle Einstellungen,
sie waren groß und im Alltag wenig komfortabel.
Trotz dieser Einschränkungen stellten sie einen enormen Fortschritt dar – erstmals war es möglich, die natürliche Funktion der Bauchspeicheldrüse nachzuahmen und zwar kontinuierlich statt in Schüben.
Bedeutung für die moderne Diabetologie
AutoSyringe und ähnliche Geräte leiteten die Entwicklung einer Technologie ein, die heute umfasst:
moderne Insulinpumpen,
CGM-Systeme (kontinuierliche Glukosemessung),
Closed-Loop-Systeme (sogenannte „künstliche Bauchspeicheldrüse“).
Was einst ein am Gürtel getragenes Experiment war, passt heute in die Tasche und arbeitet mit dem Smartphone zusammen.
Abschließende Reflexion
Die Geschichte von Patrick Connolly zeigt, welch enormer Fortschritt in der Behandlung von Diabetes innerhalb nur weniger Jahrzehnte erzielt wurde. Dank solcher Pioniere war es möglich, Technologien zu entwickeln, die heute die Gesundheit retten und den Lebenskomfort von Millionen Menschen weltweit verbessern.
AutoSyringe mag heute wie ein Relikt der Vergangenheit erscheinen, doch ohne ihn gäbe es die modernen Lösungen, die wir jeden Tag nutzen, nicht.